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The Long Blondes
Someone To Drive You Home
Tja, eine
Girlband
sind The Long Blondes gerade nicht und das ist auch sehr gut so. Selten ist eine Stilentscheidung so
missverstanden
worden, wie der bekleidungstechnische Rückgriff der Long Blondes auf die 50er/60er. Dabei könnte die Übersetzung einfach sein: "Mit Girlies in Unterwäsche haben wir nichts zu tun und bleiben trotzdem cool".
Seltsames Rätselraten, wo sich das Pop-Biz die eigene Style-Awareness selbst so gern zugute hält. Nochmal zum mitschreiben: Keine
Mädchen,
sondern richtige Frauen. Und das ist im real existierenden Pop-Metier eine Ansage (obwohl The Long Blondes mit Mitte 20 auch nicht wirklich alt sind, aber das ist ein anderes Thema).
Übrigens: Wie der hier dokumentierte Artikel zeigt, scheint ausgerechnet der Rolling Stone das einzige Blatt gewesen zu sein, das die Style-Frage halbwegs zutreffend einsortiert: Mit Neo-Cons haben The Long Blondes nämlich nichts gemein, was auch mal in Zürich erklärt werden sollte, wo schlicht gruselige Interpretationen in die Welt gesetzt wurden ("voremanzipatorischer Spießer-Glamour"...)
Beim vieldiskutierten Mode-Aspekt gerät auch aus dem Blick, dass mit dem Retro-Style auch der Sound gemeint ist: Im Gegensatz zu Clap Your Hands Say Yeah wissen The Long Blondes nicht nur, dass sie das Rad nicht neu erfunden haben, sie gehen auch offensiv damit um. Obendrein auch noch mit Witz (wie
Christina Mohr
näher erläutert), was auch unter den Älteren nicht viele hinbekommen. Konkrete Referenz sicher Debbie Harry, das steht überall und passt auch. Ebenso wie Franz Ferdinand als aktuelles männliches Pendant mit ähnlichem Stilbewusstsein. Warum allerdings
No Doubt/
Gwen Stefani
gleich mehrfach erwähnt werden, ist mir schon ein Rätsel.
Die Sache mit dem Label scheint ebenfalls eine Legende zu sein, wie das Interview der Gästeliste zeigt- es wurde keineswegs auf den
coolsten Indie
gewartet. Weswegen
Opportunismus
in diesem Zusammenhang mehr als überinterpretiert ist.
Die Gästeliste dokumentiert auch ein äußerst unschönes Erlebnis mit der Security während des Konzerts und kritisiert auch nicht als einzige den Live-Sound, wobei trotzdem nicht von schrottigem Soundbrei
die Rede ist, obwohl das nach solchem Ärger verständlich wäre.
Außerdem wäre noch erwähnenswert, dass sellfish netterweise ein Interview
mit den beiden
"anderen Frauen"
geführt hat und dass die
beste Bio
wie so oft in der englischen Wikipedia zu finden ist.
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