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Red Hot Chili Peppers
Stadium Arcadium
Die Red Hot Chili Peppers zeigen mit Stadium Arcadium mal wieder mit schiefem Grinsen, dass sie ganz genau wissen, was sie machen: Stadion-Rock. Was vor 20 Jahren als Underground-Anarchismus durchgehen konnte, ist heute Party-Spaß für die ganze Familie- Rolling Stones auf dem Skateboard.
Kaum verwunderlich, dass sich an Sound-Forschung Interessierte eher naserümpfend oder gar nicht zu Stadium Arcadium äußern. Dementsprechend fühlt sich auch online eher die übliche Star-Berichterstattung für die Red Hot Chili Peppers zuständig. Die Durchsicht solcher Seiten ist aber auch für die eine oder andere Überraschung gut.
Klar, dass solche Rockisten hier eine "Lehrstunde" und gar "unglaubliche Stilvielfalt" zu hören meinen.
Ebenso selbstverständlich kommt die Feststellung, dass sich die Red Hot Chili Peppers nicht gerade neu erfunden hätten. Die Mehrheitsverhältnisse sind schon interessanter, denn der SWR scheint die Ausnahme zu sein.
Wenn's sogar der Stern schreibt...
Trotzdem muss man nicht in seltsames Genörgel verfallen, denn irgendwie revolutionär sind sie eigentlich nie gewesen- höchstens aus Mainstream-Perspektive ca. 1992. Schon im Underground der 80er gab es wesentlich radikaleren Funk.
Macht ja auch nix, denn stilistische Erneuerer haben die Red Hot Chili Peppers nie sein wollen (und auch zur "größten Band der Welt" haben sie sich höchstens mit Socke überm Schniedel selbst erklärt).
Wer also meint, von Stadium Arcadium wegweisendes erwarten zu müssen, kann sich als nächstes auch mit der Frage beschäftigen, warum die Scorpions keinen Hiphop machen.
Von daher wenig erstaunlich, dass sich unter Fans von Neuigkeiten eher Langeweile breitmacht.
Schon eher interessant finde ich, wenn ein Blatt wie dieses "Risikoscheue" und "allzu Bekanntes" attestiert oder ein quietschbuntes Regionalmagazin aus dem Schwarzwald eine recht realistische Abwägung üblicher Rezensionsmuster hinbekommt. Auch schon mehr überraschend, wenn die Red Hot Chili Peppers für Cineasten
"schon länger altbacken und muckermäßig" klingen und Stadium Arcadium gar nach "Mottenkugeln" müffelt.
Da ist Viola Korn im intro doch angenehm realistisch mit der Feststellung, dass Stadium Arcadium "sicher nicht der Wegweiser ins ganz neue Red-Hot-Universe sondern eine Quintessenz des bisher Erreichten" ist.
Das muss man nicht mögen- genauso wenig wie das ganze Gelaber und wie Kollege nicorola schlicht Spaß haben.
Denn das ist für mich die Leistung der Red Hot Chili Peppers 2006: Nach einer reichlich melancholisch-balladesken Phase mit Stadium Arcadium den Kreis zum Funk geschlossen und wieder den Spaß zurückgeholt zu haben- wenn du das noch feiern kannst.
Und das können wohl doch Viele- dass Stadium Arcadium zu den Top-Sellern 2006 gehörte, ist bei Stadion-Rockern weniger erstaunlich. Mich wundert eher, dass das Album auch in Jahrescharts solcher Mags auftaucht, für die sowas ansonsten eher ein Killer-Kriterium wäre.
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