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Thom Yorke
Eraser
Ob's Thom Yorke nun gefällt oder nicht, unter Kunstkennern waren die Erwartungen an Eraser himmelhoch- vom mixtape ausführlicher erläutert. Da hilft kein Jammern- äh: "Wammern", wie der entnervte Kollege vom Kontrastradio das nennt und Thom Yorke gleich noch ein böses Armutszeugnis hinterherwirft.
So ist das nunmal, wenn man den Prog exhumiert und ihn wie geschnitten Brot an die nichtsahnende Jugend verkauft hat.
Eigentlich ist Eraser nur eine schlichte Laptop-Bastelei mit Ideen, die teilweise schon länger auf Verwendung warteten. Zur Beschreibung solcher Ansätze wird gern mal eine Geschichte erzählt- hier vom Campusradio aus Münster. Anderswo wird Thom Yorke allerorten Frickelsound attestiert:
"Pluckerbeats, allerdings so gut wie keine Gitarre. Manchmal klingt es, als ob Yorke bei einer Skizze bleiben wollte" (taz, die auch nochmal den Werdegang von Radiohead betrachtet).
"Die Keyboards auf «Eraser» sollen klingen wie durch billige Minispeaker mit fast leeren Batterien geschickt" (netzeitung).
"Aus irgendwelchen Ecken flattern naturidentische Harmonien vorbei. Ein-Ton-Melodien, Knisterrhythmen, Mausschieberbreaks" (Plattentests)
Spaßiger Weise gefallen den Prog-Experten "die elektronischen Flatter-Knack-Wischwuschwisch-Sounds, die Yorke als Drums benutzt" nicht so besonders.
Freundlicher beschreibt das HD-Schellnack-Blog in seiner ausführlichen Besprechung von Eraser den minimalistischen Sound-Ansatz von Thom Yorke als "simpel und fast naiv wirkende Instrumentierung", die "immer neue kleine Submelodien, seltsame Phrasierungen und verborgene kleine Gimmicks entblößt".
Mir gefällt an Eraser die unverkrampfte Bastelkeller-Atmosphäre, die sich keine Gedanken zum Status von Radiohead macht, recht gut- wenn Prog, dann so. Könnte auch ein Grund sein, warum das Album 2006 nicht nur bei der Rock-affinen Presse, sondern auch im Elektro-Fachblatt de:bug in den Jahrescharts auftauchte.
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